die Geschichte der Judenfeindschaft
Vortrag von Wirtschaftshistorikerin Dr. Laura Herr
24.9.2026 um 19 Uhr in der Synagoge
Bachgasse 28/32 Bensheim-Auerbach
Dr. Laura Herr gibt einen Überblick über Antijudaismus und Antisemitismus von der Antike bis heute. Als Wirtschaftshistorikerin hat sie festgestellt, dass besonders in Zeiten wirtschaftlicher Krisen und gesellschaftlicher Unsicherheit jüdische Menschen gezielt zu Sündenböcken gemacht wurden – etwa während der Pest in Mitteleuropa. Religiöse Unterschiede dienten dabei als Rechtfertigung für Ausgrenzung, Hetze und Gewalt. Antijudaismus war religiös begründet und eng mit dem Mythos verbunden, Juden seien für den Tod Jesu verantwortlich.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich daraus ein vermeintlich „rassisch“ begründeter Antisemitismus. Während der Wirtschaftskrise der 1870er Jahre wurden Jüdinnen und Juden erneut für soziale und wirtschaftliche Probleme verantwortlich gemacht. In der Weimarer Republik verband sich Antisemitismus zunehmend mit Demokratiefeindlichkeit und mündete schließlich im Terror des Nationalsozialismus.
Auch nach 1945 verschwanden diese Denkmuster nicht. Trotz der Aufarbeitung wurden antisemitische Erzählungen in der Bundesrepublik und der DDR weitergegeben. Besonders in Krisenzeiten treten sie bis heute verstärkt hervor.
Der Vortrag wird durch die Partnerschaft für Demokratie Bensheim aus Fördermitteln von „Demokratie Leben!“ gefördert.

