Datum
24. Sep. 2026
Uhrzeit
18:00 - 20:00

An allem sind die Juden schuld

Mit dem bewusst provokanten Titel setzt sich der Auerbacher Synagogenverein mit diesem Vortrag mit den historischen Wurzeln und Kontinuitäten des Antisemitismus auseinander – unter besonderer Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte.

Er gibt einen Überblick über antijudaistische Strömungen in der Antike und im Mittelalter. Und zeigt dabei, dass besonders in Zeiten wirtschaftlicher Krisen, politischer Umbrüche oder gesellschaftlicher Verunsicherung, jüdische Menschen als Minderheit innerhalb der christlich geprägten Mehrheitsgesellschaft gezielt zu Sündenböcken gemacht wurden -etwa während der Pestepidemien in Mitteleuropa. Sie wurden Opfer von Ausgrenzung, Hetze und Gewalt, wobei religiöse Unterschiede als zentrale Begründung für Diskriminierung dienten.

Dieser religiös begründete Antijudaismus wandelte sich im 19. Jahrhundert hin zu einem vermeintlich „rassisch“ begründeten Antisemitismus. Das stellte zugleich einen unheilvollen Vorläufer der radikalen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts dar. Die Referentin geht näher darauf ein.

Trotz umfassender Aufarbeitungsprozesse wurden antisemitische Narrative sowohl in der Bundesrepublik Deutschland als auch in der DDR weiter tradiert. In Krisenzeiten traten sie erneut verstärkt hervor und zeigen bis heute ihre gesellschaftliche Wirkmacht.

Mit ihrem Vortrag hat Wirtschaftshistorikerin Dr. Laura Herr das Ziel, komplexe historische Zusammenhänge verständlich zu vermitteln und für Mechanismen von Ausgrenzung und Schuldzuweisung zu sensibilisieren und antisemitische Narrative zu hinterfragen.

 

Die Teilnahme ist kostenfrei und für alle Menschen offen.

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